Aktuelles

Neben verschiedenen Kleinarbeiten restaurieren wir derzeit die Friderici-Orgel aus Weißig bei Gera.
Das Instrument wurde 1741 erbaut und stand ursprünglich im Musiksaal des Schloß Lichtenstein. Um 1806 wurde es nach Gera verkauft und entsprechend umgesetzt. Verschiedene Umbauten am Instrument betrafen vor allem die Windanlage, die im Zuge der Restaurierung leider nicht wiederhergestellt werden soll. Verlorengegangen ist im Lauf der Jahrzehnte der Zimbelstern, von dem nur noch das Ventil der Ansteuerung, die Versorgungskondukte sowie die Lager der Achse vorhanden sind. Allerdings ist ein originaler Zimbelstern Fridericis (dort des Bruders des Erbauers der Weißiger Orgel) in Gräfenwarth bei Schleiz vorhanden, der uns als Vorbild dienen wird. Ebenfalls in Weißig nicht mehr vorhanden, dafür in Gräfenwarth erhalten, ist der Tremulant der Orgel, dabei handelt es sich um einen Auslaßtremulanten. Diese haben die Eigenart, üblicherweise sehr geräuschvoll zu sein und oft nur mäßig zu funktionieren, was auch zum Abbau der meisten Tremulanten dieser Art geführt hat. Die Prospektpfeifen der Orgel wurden 1917 wie so oft beschlagnahmt und später durch Zink-Pfeifen ersetzt, derzeit sammelt die Gemeinde noch Spenden, um neue Prospektpfeifen wieder in Zinn von uns anfertigen lassen zu können. Auch für die Restaurierung des Orgelgehäuses wird derzeit noch gesammelt, die Kirchgemeinde hat den Wunsch, die Restaurierung des Gehäuses noch vor dem Wiedereinbau des Orgelwerkes ausführen lassen zu können.
Eine zweite aktuelle Arbeit ist die Restaurierung verschiedener Windladen thüringischer Orgelbauer.
Derzeit haben wir im Auftrag der Orgelbau Waltershausen GmbH drei Windladen von Guido Knauf in Arbeit, die in die Orgel in Ballstädt bei Gotha gehören. Diese Orgel wurde ursprünglich von Franz Georg Ratzmann erbaut und von Knauf später aufwendig umgebaut einschließlich neuer Trakturen und Windladen.
Die Windladen weisen die üblichen Schäden von Knauf-Windladen aus dieser Zeit auf, also zahllose Risse in den Kanzellen, Holzwurmschäden, verschlissene Leder der Ventile und der Schleifenbahnbelederung, verzogene Ventile und oxidierte Drahtwaren. Erstaunlich ist, daß die Windladen offenbar schon vor Einbau erstmals ausgespant werden mußten, denn es fanden sich eindeutig auf die Bauzeit zurückzuführende Auspanungen in den Windladen. Als Besonderheit am Rande fand sich in einem Windkasten ein, inzwischen mumifizierter Marder, der sich offenbar im Inneren der Windanlage der Orgel verirrt hat und keinen Weg nach außen mehr fand.


Windlade vor der Restaurierung, erstaunlich ist die Holzqualität
Demnächst wird uns außerdem der Bau einer Truhenorgel beschäftigen, dazu später mehr.